Am Montag starteten die Schülertage im Bistum Speyer. Rund 90 Schülerinnen der Maria Ward Schule aus Landau waren die Ersten, die das Informationsangebot nutzten. Das Motto der Schülertage ist "Meine Diözese" und dahinter steckt die Idee, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, das Bistum Speyer nicht aus dem Schulbuch, sondern durch Gespräche und Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern der Diözese kennenzulernen.

Ein erster Programmpunkt: die Begegnung mit dem Dom. Unter der fachkundigen Führung von Bastian Hoffmann vom Dom-Kultur- und Besuchermanagement, Domkapitular Franz Vogelgesang, dem stellvertretenden Domorganisten Christoph Keggenhoff und Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, lernten die jungen Frauen unter anderem die Krypta, die Orgel, die Katharinenkapelle und die 202028 schuelertage02

Sakristei mit dem Goldenen Kaiserevangeliar kennen.
Im Chorsaal im Haus der Kirchenmusik präsentierte anschließend Felix Scherer, Referent in der Bischöflichen Pressestelle, Informationen über die Diözese. Die Mitarbeiterin der Caritas, Marie Blechschmidt, gab einen Einblick in die Arbeit ihres Verbandes und informierte über das Jahresthema "Sei gut. Mensch". Felix Goldinger, Referent für missionarische Pastoral und Geschäftsführer des Visionsprozesses, stellte den Visionsprozess SEGENSORTE im Bistum Speyer vor. "Die Schülerinnen waren sehr freundlich und offen gegenüber der Frage, wie sich Kirche für morgen verändern muss. Gemeinschaft, Ruhe, Entspannung, aber auch Raum zum Wachsen und Reifen wurden als wichtige Eigenschaften genannt. Das hat schöne Perspektiven aufgemacht, was ein Segensort eigentlich ist", so sein Resümee.
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Danach hatten die Schülerinnen die Möglichkeit, jeweils an zwei Workshops ihrer Wahl teilzunehmen. Das Angebot reichte vom Knobbeln an kniffligen Fragen zur Bistumsgeschichte im Escape-Room des Bistumsarchivs unter der fachkundigen Anleitung von Archivmitarbeiterin Tanja Ueltzhoeffer bis zur Auseinandersetzung mit dem Thema "Sexueller Missbrauch" mit der Präventionsbeauftragten des Bistums, Christine Lormes und mit dem Thema "Verschiedenheit wertschätzen – Homosexualität", die Monika Kreiner und Axel Ochsenreither von der Frauen- und Männerseelsorge im Bistum gestalteten.
Zum ersten Mal stand der Workshop "Wie soll ich mit Tod und Trauer umgehen" mit Kerstin Fleischer, Referentin für den Bereich Hospiz- und Trauerseelsorge, auf dem Programm. "Trauer ist etwas sehr Individuelles, das habe ich versucht, in meinem Workshop deutlich zu machen", erklärte Fleischer. "Außerdem haben wir uns mit der Frage beschäftigt ‚Was hilft mir?‘" Alessa und Diana hat dieser Workshop gut gefallen "man konnte alles fragen und wir haben viele neue Infos und Einblicke zu dem Thema bekommen."
Neu im Angebot war auch der Workshop "Wir leben im Anthropozän", den Christoph Fuhrbach, Referent für den Bereich Weltkirche, anbot. "Einige Schülerinnen kannten den Begriff 'Anthropozän' sogar schon und haben ihn dann der ganzen Gruppe erklären können. Das war für mich eine richtig positive Überraschung. Gegen Ende des Workshops haben die Schülerinnen noch einige Ideen dazu erarbeitet, was sie konkret an ihrer Schule verändern wollen", berichtete Fuhrbach.
Kennenlernen konnten die Schülerinnen auch das Engagement des Caritasverbandes in der Schwangerschaftsberatung, das von Christine Lampert vorgestellt wurde. Über die Frage "Ist Glaube politisch?" diskutierte Katharina Goldinger vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend mit den Schülerinnen und Diözesanrichterin Dr. Hildegard Grünenthal gab in ihrem Workshop Einblicke in das kirchliche Recht und ihre Arbeit als Diözesanrichterin. "Wozu berufen?" – um diese Frage ging es in dem Workshop des Teams um Sandra Petrollo-Shatout, Referentin in der Stabsstelle "Berufungspastoral" im Bistum. Ein Angebot, dass die 17-jährige Franziska nutzte: "Es war für mich sehr bereichernd zu erfahren, wie andere Menschen zu ihrer Berufung gekommen sind", so ihre Bewertung.
Zum Abschluss des Tages stellten sich Offizial Domkapitular Dr. Georg Müller und Dr. Irina Kreusch als Vertreter der Bistumsleitung den Fragen der jungen Frauen. Die Themen reichten von Fragen nach der Zukunft der Kirche, nach Reformen, möglichen Veränderungen und der Rolle von Frauen in der Kirche. Auch die Einstellung der katholischen Kirche zu Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften war für die Schülerinnen ein Thema. "Die Zeit für die Fragerunde war eigentlich zu wenig", zog Sarah am Ende des Tages ein Fazit. Die 17-Jährige hätte sich noch konkretere Antworten zu einigen Fragen gewünscht. "Das Workshop-Angebot war aber sehr interessant und hat mir sehr gut gefallen." In den nächsten Tagen werden Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Generalvikar Andreas Sturm die Gesprächspartner der jungen Menschen in der Abschlussrunde sein.
Die Schülertage finden in diesem Jahr zum achten Mal statt. Rund 420 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen nehmen vom 27. Januar bis 4. Februar daran teil.
Morgen werden Schülerinnen und Schüler des Hans-Purrmann Gymnasiums und des Edith-Stein-Gymnasiums in Speyer an den Schülertagen teilnehmen. Die größte Schülergruppe erwartet das Bistum am Mittwoch, 29. Januar, mit insgesamt 109 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus fünf verschiedenen Schulen.

Teilnehmende Schulen in der Region
28. Januar:
• Hans-Purrmann-Gymnasium Speyer
• Edith-Stein-Gymnasium Speyer
29. Januar:
• Lise-Meitner-Gymnasium Maxdorf
• Theodor-Heuss-Gymnasium Ludwigshafen
• Hannah-Arendt-Gymnasium Haßloch
03. Februar:
• Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium Neustadt
• Carl-Bosch-Gymnasium Ludwigshafen
04. Februar:
• Nikolaus-von-Weis Gymnasium Speyer
• Goethe-Gymnasium Germersheim