Hochverehrte Frau Oberbürgermeisterin,
Liebe Steffi Seiler,
Seit fast zwei Jahren sind Sie jetzt "Stadtchefin", wie Sie sich gerne nennen lassen. Ich meine, der Titel "Stadtkönigin" wäre angemessener, denn Ehre wem Ehre gebührt. Gleich einem gekrönten Oberhaupt lassen Sie sich vom Volk nicht gerne dreinreden, wenn Sie von einer Sache überzeugt sind. Das wird dann gnadenlos durchgezogen.
Sollte jemand in einer Sachfrage anderer Meinung sein als Sie, dann trifft ihn oder sie ihr königlicher Bannstrahl - ich selbst weiß, wovon ich rede! Auch im Stadtrat wird jemand, der Sie mit kritischen Fragen nervt, öfter mal rigoros abgebügelt. Geschieht denen Recht so!
Allerdings mache ich mir inzwischen auch Sorgen um Sie, denn in letzter Zeit wirken Sie etwas überfordert. Nach schwungvollem Start vor zwei Jahren scheinen Sie an temporärem Gedächtnisschwund zu leiden, denn an die in Ihrem Wahlkampf propagierte Transparenz und Bürgernähe erinnern Sie sich nur noch selten. Ihre Aussage zu einer Bürgerinitiative in der letzten Stadtratssitzung, es seien nicht die Bürger*innen die entscheiden, sondern die Ratsmitglieder und natürlich Sie, spricht Bände. Da zeigten Sie, wo der Hammer hängt!
Ich gebe zu, das mit der Bürgernähe ist in Corona-Zeiten auch nicht einfach. Da haben Sie übrigens einen ordentlichen Job gemacht, so dass sich Speyer in der Hitliste der am meisten von der Pandemie betroffenen Städte und Landkreise seit Wochen weit vorne befindet getreu dem Motto "Speyer ist Spitze".
Ich bitte Sie, machen Sie auch im neuen Jahr weiter so!
Ihr untertänigster
Klaus Stein