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Dass sich die landwirtschaftlichen Produktionsmethoden angesichts des enormen Bevölkerungswachstums und Klimawandels ändern müssen, ist gewiss. Das Hofgut Neumühle bei Münchweiler an der Alsenz ist Versuchsort für den Einsatz digitaler Technologien, ohne die es in Zukunft nicht mehr gehen wird, damit eine Bewirtschaftung umwelt- und ressourcenschonend vonstattengehen kann.

"Experimentierfeld Südwest" heißt ein auf drei Jahre angelegtes Projekt mit acht Kooperationspartnern, die ein branchenübergreifendes und überbetriebliches Datenmanagement fördern wollen.
In neun Bereichen geht es um die Entwicklung von landesweit verfügbaren digitalen Lösungen im Ackerbau, Gemüsebau, Obstbau und Weinbau. Dabei ist das Hofgut Neumühle an zweien beteiligt: So geht es zum einen um den sparsamen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, um den Energieeinsatz und die Umweltbelastungen zu minimieren, und zum anderen um eine gezielte Düngung mit organischen und mineralischen Mitteln, um Emissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen, was nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel des Landwirts guttut. In weiteren Bereichen wird untersucht, wie sich die Weinlese und der Transport der Trauben digital mit den Kapazitäten bei der Traubenannahme und Pressung abgleichen lässt, wie Roboter im Gemüsebau verschiedene Nutzpflanzen mittels Bilderkennung von Unkraut befreien, ohne Schädlingsbekämpfungsmittel einzusetzen, wie Pflückroboter schonend Äpfel ernten, da Erntehelfer immer schwieriger zu finden sind; denkbar ist auch eine App, die dem Winzer Vorschläge macht, welche Begrünungsmischung im Weinberg geeignet ist, außerdem wie das Ausbringen von beispielsweise Gülle und Mist oder Stroh und Rindenmulch optimiert werden kann, und wie man im Weinkeller Stromfresser digital entdecken und ersetzen kann, wie sich der Transport und das In-Verkehr-Bringen von Wein erleichtern lässt und wie Imker digital über die Blühzeiten von Trachtpflanzen, aber auch von kritischen Wetterdaten erfahren, was für die Milbenbekämpfung im Bienenstock wichtig ist.
Ein Gesamtpaket aus anwendungsorientierter Forschung, Coaching und Umsetzung in der Praxis schnüren die Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Eifel, Westerwald-Osteifel, Rheinpfalz), Hochschulen (TH Bingen, TU Kaiserslautern) und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (DLR Rheinpfalz, RLP-AgroScience, Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung Hofgut Neumühle). Den Startschuss für das "Experimentierfeld Südwest" gab Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kürzlich in Berlin, als sie den Projektverantwortlichen die Förderbescheide über fast 4,4 Millionen Euro übergab. /spi/Foto: Hofgur Neumühle)

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