Er ist von beeindruckender Höhe, geziert mit den Symbolen der Speyerer Handwerkerschaft. Seit Jahrzehnten ist es Brauch, einen Zuftbaum Ende Mai in der Innenstadt aufzustellen. Auch am vergangenen Samstag klappte es wieder reibungslos: Der auf einem Lastwagen aus seinem Winterdomizil angelieferte, zuvor optisch auf den neuesten Stand gebracht, stand nach kurzer Zeit mit Hilfe eines Krans in der dafür vorgesehenen Hülse.
Auch das etwas kniffelige Ausklinken des Kranseils, bei dem eine artistische Kletternummer vonnöten war, ging ohne Kalamitäten über die Bühne.
Vor der ehemaligen Sparkassenfiliale an der alten Münz waren die Sitzplätze mit Handwerkern und Polit-Prominenz besetzt. Das Wetter spielte mit und ließ das Bier und das Gegrillte schmecken.
"Das Handwerk ist seit Jahrhunderten das Rückgrat der heimischen Wirtschaft", hob Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler in ihrer Rede hervor. Seiler weiß, wo der Schuh drück, stammt sie doch aus einer Handwerkerfamilie. Das Handwerk sei für einen Gutteil der regionalen Wertschöpfung verantwortlich und bilde auch zahlreiche junge Menschen in vielfältigen Berufen aus, so ihr Loblied weiter.
Sie sprach auch die Nöte der Handwerkerschaft an wie Fachkräftemangel oder weiter zunehmende Bürokratie.
Das war das Stichwort für einen der Gäste, er das Mikrofon enterte und unter dem Beifall seinen Kolleginnen und Kollegen den Ratschlag gab: "Einfach mal was einfacher machen, Frau Oberbürgermeisterin". (Fotos: ks)